Wasserspinne Argyroneta aquaticaDictynidae
Verwandtschaft
Die Wasserspinne ist einzigartig, weltweit die einzige Spinnenart, die dauerhaft unter Wasser lebt. Sie wurde deshalb auch schon einer eigenen Familie Argyronetidae zugeordnet, heute wird sie in die Verwandschaft der neocribellaten Kräuselspinnen (Dictynidae) gestellt.
Status
Einheimisch
Verbreitung
Paläarktisch
Vorkommen in Deutschland
Die Art ist in Europa weit verbreitet und insgesamt nicht selten, in Deutschland kommt sie im Norden häufiger vor als im Süden. Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise werden Wasserspinnen allerdings nicht oft gefunden.
Wasserspinnen wurden bereits in den 90er Jahren von Gewässerkundlern (Limnologen) in mehreren Seen im Nordschwarzwald nachgewiesen und zuletzt 2016 in zwei Karseen im Nationalpark Schwarzwald gefunden. Im September 2019 haben Wissenschaftler des Naturkundemuseums mehrere Tiere im Huzenbacher See gesammelt, beobachtet und gefilmt. Dort leben die Spinnen an wenigen Stellen in untergetauchtem Torfmoos. Von außen sind sie nicht zu entdecken.
Erkennungsmerkmale
Außerhalb des Wassers erscheinen die Wasserspinnen unspektakulär braun-grau. Mit einer Körpergröße der Männchen von 10 bis 15 mm und der Weibchen von 8 bis 9 mm gehören sie zu den größeren einheimischen Spinnen. Gut erkennbar sind die besonders dichte Behaarung des Hinterleibs und engstehende lange Haare an den Hinterbeinen. Diese Behaarung spielt die entscheidende Rolle bei der Fähigkeit der Spinnen, Luft mit unter Wasser zu nehmen. Sobald sie untertauchen, sind der Hinterleib und die Bauchseite des Vorderkörpers von einer silbrig glänzenden Luftschicht überzogen. Deshalb wird die Wasserspinne auch Silberspinne oder Silberschwimmer genannt.
Lebensweise
Die Wasserspinne Argyroneta aquatica (Clerck, 1757) ist die einzige von über 51.000 Spinnenarten weltweit, die fast ihr ganzes Leben unter Wasser verbringt. Dafür hat sie verschiedene Anpassungen in Körperbau und Verhalten entwickelt.
Wasserspinnen benötigen strömungsarme, wasserpflanzen- und sauerstoffreiche Gewässer. Aufgrund des Rückgangs solcher Gewässer in unserer Landschaft wird eine Gefährdung angenommen und die Art in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet, in Baden-Württemberg sogar als stark gefährdet eingestuft.
Wie sich Wasserspinnen unter Wasser bewegen, wie sie Luft holen und eine Wohnglocke bauen und mit Luftvorrat füllen, zeigen wir in einem selbst gedrehten Video (7 Min.) auf YouTube.

