Schlingnatter Coronella austriacaColubridae
Status
Einheimisch
Verbreitung
Europa bis ins Mittelmeergebiet mit Ausnahme der südlichen Iberischen Halbinsel und der meisten Inseln, inm Norden bis Südengland und das südliche Skandinavien, im Osten bis Kasachstan
Vorkommen in Deutschland
Fast ganz Deutschland, vor allem in den wärmeren Mittelgebirgsregionen Süd- und Südwestdeutschlands.
Lebensweise
Schlingnattern leben in trockenen Hochmoor- und an Waldrändern, Sandheiden, Mager- und Trockenrasen sowie Geröllhalden, Trockenmauern und Gebüschen. Dabei müssen die Standorte warm, trocken und sonnenexponiert sein. Die Schlangen sind weitgehend tagaktiv. Der Name Schlingnatter geht auf die Art des Beutemachens zurück, dabei werden die meisten Beutetiere durch Umschlingen erstickt oder geschwächt.
Erwachsene Schlangen ernähren sich von Eidechsen, Blindschleichen, Mäusen und Vogeleiern. Junge Schlingnattern ernähren sich ausschließlich von Reptilien. In großen Ausnahmefällen können Schlingnattern auch Insekten und Würmer als Nahrung aufnehmen.
Fressfeinde der Schlingnattern sind Vögel (Rabenvögel, Eulen und Greifvögel), aber auch Igel, Marder, Füchse und Ratten. Junge Schlingnattern werden auch von Rabenvögeln gejagt.
Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis Anfang Juli. Manchmal kommen in dieser Zeit Ringelkämpfe zwischen den Männchen um das Weibchen vor. Vier bis fünf Monate nach der Paarung werden zwischen drei und 15 Jungtiere geboren, wobei der Geburtsvorgang ungefähr 4 Stunden dauert. Die dünne Eihülle wird meistens gleich nach der Geburt durchstossen. Die Überwinterung findet teilweise in Massenquartieren statt.
Die versteckt lebende und wenige häufige Art ist weniger gut untersucht als andere einheimische Reptilienarten.
Sonstiges
Schlingnattern werden oft mit Kreuzottern verwechselt. Sie besitzen kein Gift und sind für den Mensch völlig ungefährlich. Die Art ist in Baden-Württemberg nicht häufig und trotz ihrer versteckten Lebensweise bedroht, überwiegend durch den Verlust ihrer Lebensräume, z. B. Feldhecken, Steinmauern und Halden durch Bau, Versiegelung und Intensivierung der Landwirtschaft. Sie steht auf der Roten Liste BW als gefährdet und ist durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.
Quellenangabe
Schlingnatter In: Laufer, H., Fritz, K.,& Sowig, P. (2007): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. S. 633-650. Eugen Ulmer KG (Stuttgart).

